Diskussion Schulpolitik

    Beitrag vom: 27.01.2016

     

    GRÜNE fordern Ende der rückwärtsgewandten Schulpolitik

    Baesweiler, Febr. 2013. – Unter dem Eindruck der Sitzung des Baesweiler Schulausschusses am 5. Febr. 2013, bei der die Entwicklung der Baesweiler Schullandschaft sehr kontrovers zwischen den Parteien diskutiert wurde, begann kurze Zeit später die Jahreshauptversammlung des Ortsverbandes von Bündnis 90/Die Grünen. Noch vor Eintritt in die Tagesordnung berichteten Wolfgang Backhaus und Rolf Beckers über das aktuelle Geschehen und artikulierten ihr Unverständnis über die „Blockadehaltung“ der Baesweiler CDU. Nach Auffassung der Grünen erfordert die aktuelle Entwicklung in Baesweiler eine beherztere Vorgehensweise als das – so Rolf Beckers – „rückwärtsgewandte Klammern am dreigliedrigen Schulsystem, das auf den Abgrund zusteuert. Die Schülerzahlen an den Hauptschulen haben sich in nur sechs Jahren fast halbiert, die Lessingschule ist inzwischen Geschichte und pro Jahrgang wandern etwa 60 Kinder zu den Gesamtschulen in die Nachbarstädte ab.“ Auf völliges Unverständnis stößt daher für Wolfgang Backhaus „die Weigerung der CDU-Fraktion, sich bei der anstehenden Schulentwicklungsplanung externen fachlichen Rat zu holen“.

    (Das Foto zeigt die ehemalige Hauptschule Lessingschule in Setterich.)

     

    Die Hintergründe: Die Schülerzahlen gehen seit fünf / sechs Jahren auch in Baesweiler spürbar zurück. Während die Gesamtschülerzahl bis 2006 noch bei ca. 3.900 lag, sind es (Stand Ende 2012) nur noch ca. 3.300. Diese Entwicklung macht sich zum einen bei den Grundschulen bemerkbar (2007 = 1.414; 2012 = 1.190 Schüler), zum anderen bei den weiterführenden Schulen. Während die Situation an Gymnasium und Realschule nach wie vor stabil ist, gehen die Zahlen an der Hauptschule dramatisch zurück (2007 = 574; 2012 = 326 Schüler), die Lessingschule in Setterich musste aufgrund dieser Entwicklung bereits geschlossen werden. Hinzu kommt, dass etwa 60 Eltern pro Jahrgang ihre Kinder an den Gesamtschulen der Nachbarstädte Alsdorf und Übach-Palenberg anmelden.

    Während Bündnis 90/Die Grünen bereits 2009 im Stadtrat die damalige Fortschreibung des Schulentwicklungsplanes ablehnten, weil dieser die aktuelle Entwicklung ignorierte, stimmten CDU und SPD diesem zu. Im „Schönfärben“ des dreigliedrigen Schulsystems und im „Wunschdenken“ sahen die Grünen seinerzeit eine schlechte Ausgangsbasis für eine zukunftsweisende Schulentwicklungsplanung.

    Während bei der SPD zwischenzeitlich ebenfalls die Erkenntnis gereift ist, dass sich die Methode „weiter so“ als Irrtum erwiesen hat, hat sich die Baesweiler CDU sowohl im Stadtrat als auch im Schulausschuss deutlich dahingehend positioniert, am dreigliedrigen Schulsystem in Baesweiler festzuhalten. Bei der nun anstehenden erneuten Fortschreibung der Schulentwicklungsplanung hat es die CDU gegen die Stimmen von SPD und GRÜNEN darüber hinaus abgelehnt, ein externes Fachbüro mit dieser Arbeit zu beauftragen. Die Stadtverwaltung soll es nun richten, die bereits 2009 eine Planung vorgelegt, die von der Wirklichkeit in kurzer Zeit eingeholt wurde (Stichworte: Schließung der Lessingschule, Umwandlung der Grundschulen Beggendorf und Loverich in Außenstellen benachbarter Schulen zur Vermeidung der kompletten Schließung).

    Lösungsansätze: Nach Auffassung der Grünen ist es in Baesweiler dringend erforderlich, die Situation der weiterführenden Schulen neu zu bewerten. Der weitere Rückgang der Schülerzahlen sowie die Bildung weiterer Gesamtschulen in den Nachbargemeinden werden nicht ohne Auswirkung auf die Baesweiler Schullandschaft bleiben. Möglichst sollte jedes Kind auch in Baesweiler eine Schulform finden, die ihm die Chancen auf eine erfolgreiche Bewerbung in der Arbeitswelt eröffnet. Das Gymnasium sollte erhalten bleiben. Sowohl die Hauptschule als auch die Realschule sollten folglich auslaufen und mittelfristig sowie gleichzeitig durch eine Gesamtschule, alternativ durch zwei Sekundarschulen ersetzt werden.


    Zurück zu Aktuelles